Arbeitsgemeinschaft RHYTHMIK für Hessen im

„Der Kreis hat einen Mittelpunkt......“ - Bericht über eine Fortbildung zum Thema Rhythmik und Mathematik

Am  22.September 2012 veranstaltete die Arbeitsgemeinschaft „Rhythmik  für Hessen“ eine Fortbildung zum Thema „Rhythmik und Mathematik“ mit Frau Mag. Ruth Klicpera aus Wien . Veranstaltungsort war wieder einmal die Akademie für Tonkunst in Darmstadt.

Es wurde uns eindrucksvoll vermittelt, dass Zahlen nicht abstrakt bleiben sollen. Durch die Bewegung im Raum und  die damit verbundenen Gruppenprozesse sowie auch durch sprachliche Artikulation  werden Zahlen erleb- und begreifbar:

Kleine Arbeitsaufträge veranschaulichen zunächst als Einstieg  Zahlen und den Umgang mit  ihnen als Gruppenerlebnis:

-          „Findet euch immer zu viert zusammen. Geht die Rechnung auf oder gibt es einen Rest?

-         Warum geht die Rechnung an manchen Tagen auf und an anderen nicht?“

Im Anschluss artikuliert jede Gruppe das Erlebte sprachlich, zum Beispiel: „Wir sind vier.“

Es gab ferner viele Anregungen, wie  die vier Grundrechnungsarten durch Kleingruppen in Bewegung umgesetzt werden  können: Dazu wurden Kärtchen mit den vier Symbolen  +,  - , . und  : an die Gruppen verteilt. Diese entwickelten gemeinsam  Aufgaben, die szenisch dargestellt und von den Anderen gelöst wurden:   Zwei aus einer Fünfergruppe gehen weg (Subtraktion) oder kommen dazu (Addition). Eine Gruppe wird in mehrere Teile durch ein fiktives Schwert in Untergruppen geteilt (Division) oder einer spielt die Rolle des Malpunktes durch Drehen um die eigene Achse (Multiplikation).

Wie die Mathematik auch in der Musik erlebt werden kann, zeigt folgendes Beispiel: Der 6/8 Takt wird folgendermaßen demonstriert:

 

Zuerst beginnen wir mit leichtem Schwingen vom linken auf den rechten Fuß und zählen

 

1 2 3 - 4 5 6; dann sprechen wir: 

„Bäume, Bäume stehen in Wald und Stadt. Wurzeln, Wurzeln  halten sie fest.

Kommt der Herbst, da weht der Wind jeden Tag;

einmal sanft und plötzlich sehr stark.

Holt die Blätter, holt die Blätter zu einem Tanz.“

Sehr hilfreich beim Lernen der Malreihen ist die Einbeziehung der Gliedmaßen: Ich patsche nacheinander das linke Bein (und zähle 1), das rechte Bein (2), dann klatsche ich (und zähle mit Betonung 3). Dann geht es weiter : Patsch (4) , (5), Klatsch und Betonung (6) usw.. Paarweise können nun weitere Beispiele entwickelt werden.

Auch in der Gesamtgruppe lassen sich Hilfen zum Erlernen des kleinen Einmaleins entwickeln. So wird zum Beispiel gemeinsam gezählt: 1,2,3,4,5,6,7 (betonen!), 8,9,10,11,12,13,14 (betonen) usw..

Zur Einführung in die Geometrie  werden in der Kleingruppe bestimmte Bewegungs-Abläufe entwickelt / eingeübt,  die mit  folgenden Reimen begleitet werden können:

„Ene ,mene Schultereck  

Fertig ist das rechte Eck.   

1234  Ecken haben wir.“

„Alle Seiten sind gleich lang.

Das Quadrat erkennt man dran.“

 

„Oben spitz und untern rund

Unser Kegel ist gesund.“

Kreis(1. Variante):

„Der Kreis, der Kreis, der Kreis

hat einen Mittelpunkt,

und strecke ich den einen Arm

dann habe ich den Radius

und strecke ich den anderen Arm,

dann habe ich den Durchmesser 

Kreis (2. Variante):

„Der Kreis, der Kreis, der Kreis,

hat einen Mittelpunkt.

(Tuch schwingen, Mittelpunkt zeigen)

Beim Radius ist längst nicht Schluss

(doppelt gelegtes Tuch stecken)

er hat auch einen Durchmesser.

(Tuch in voller Länge strecken)

 

Zur Förderung der Konzentration und zur Vermittlung komplexer Zahlen wurde abschließend das klassischen Reaktionsspiel vorgestellt: In der Gruppe werden verschiedene Instrumente wie Trommel, Klangbausteine  Klanghölzer und Becken an die Teilnehmer/innen verteilt. In der Mitte sitzt ein(e) Teilnehmer/in, der /die das „Orchester „ dirigiert“.

 

Jedem Instrument wird eine Bewegung zu geordnet, so dass alle einbezogen werden: Trommel – Stampfen;  Klangbausteine – Arme heben; Klanghölzer – Schulter heben;  Becken – Einmal um die eigene Achse drehen. Zusätzlich können nun auch Zahlen hörbar gemacht werden: Trommel (Einerzahl); Klangbausteine (Zehner);  Klanghölzer (Hunderter)

 

und Becken  (Tausender).  Dann wird vom Spielleiter eine Zahl vorgegeben (zum Beispiel 1243), die dann von der Gruppe musikalisch umgesetzt wird.

 

 

 

Im Laufe des Tages wurde deutlich, wie sinnvoll, umfangreich und kindbezogen sich  die Rhythmik bei einer für viele so abstrakten Materie wie der Mathematik anwenden lässt.

Cornelia G.

   
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