Arbeitsgemeinschaft RHYTHMIK für Hessen im

Kreative Tanz- und Bewegungsideen mit Gabriele Westhoff

Das war wieder mal eine große Runde, die sich zu dieser Fortbildung am 14. Juni 2014 im Rhythmikraum der Darmstädter Akademie für Tonkunst versammelt hatte! Frau Westhoff stellte sich uns kurz vor, Dipl.-Bibliothekarin und Musikpädagogin, arbeitet in Eltern-Kind-Musikgruppen und bietet Kindertanzgruppen an; sie ist ausgebildet in Gesang und Kinderstimmbildung und ist Dozentin für Fortbildungen, außerdem schreibt sie für die Zeitschrift „musikpraxis“. Sie erzählte uns, die Musik von der Gruppe „Ensemble Rossi“ sei ihr sehr ans Herz gewachsen und so entstand die Idee, zu der Musik Tanzanleitungen und -ideen in dem Buch „Djingalla/Das Buch“ zu veröffentlichen.

Während die Musik im Hintergrund schon lief, teilte Frau Westhoff jedem eine Pfauenfeder aus. Man durfte erst einmal frei dazu tanzen, die Feder auf der Handfläche balancieren oder sie einfach in alle Raumebenen schwingen. Die Musik, ein alter englischer Tanz, „None such“, sehr schön mit Geige, Gitarre, Oboe und anderen Instrumenten gespielt, ging gleich gut ins Ohr. Nach dem freien Tanz wurde uns gezeigt, wie man ein „Zirkuszelt“ tanzen kann, sich am Platz dreht, die Feder balanciert, usw. und später wieder zum „Zirkuszelt“ zurückkehrt. Auf diese Weise kann man viele Tänze aufbauen, mit einem A-Teil, in dem alle im Kreis dieselben Bewegungen machen und einem B-Teil, in dem frei getanzt wird. Frau Westhoff betonte mehrmals, dass sie ihre Anleitungen als Impulse verstehe und sie sich freue, wenn jeder selber in der Praxis die eigenen Ideen umsetzt, verändert oder ganz Neues erfindet.

Außerdem „kochten“ wir eine „Hexensuppe“, die mit Bodypercussion begleitet und mit einem „glibberigen und spinnenbeinigen“ Spruch im Sechs-Viertel-Takt gesprochen wurde. Diesen könnten auch Claves begleiten oder - passend zur Hexensuppe - mit Kochlöffeln gespielt werden! Man kann sich gut vorstellen, dies in ein ganzes Projekt einzubinden. So konzipiert waren die anderen Themen und Tänze an diesem ganzen Tag: Sie sind einzeln einsetzbar oder als mehrstündiges Projekt:

- der „Nusstanz“, der sich im Herbst anbietet

- „Am Meer“ im Sommer oder sogar bei einem Sommerfest

- „Picknick auf der Sommerwiese“

- der „Juwelenraub“ und „Detektivtanz“, der in zwei Gruppen, eine mit weißen Handschuhen, die andere mit Lupen, getanzt wird

- der „Gummistiefeltanz“, bei dem man Kindergummistiefel (zu klein gewordene Stiefel im Kindergarten sammeln!) in der Hand hält, die Böden rhythmisch aneinanderstößt, sie auf dem Fußboden abstellt und drum herum tanzt.

Sehr schön waren auch „Djingalla“, ein ruhiger, wunderschön klingender Frühlings - oder Wintertanz. „Djingalla“, ein Volkslied aus Lettland, ist ein Kunstwort, kann also nicht übersetzt werden.

Originell fand ich die Materialien, die die Fortbildnerin einsetzt:

- beim „Gummistiefeltanz“ eben diese

- beim „Picknick auf der Sommerwiese“ knisterten wir im Rhythmus mit Bäckertüten aus Papier

- zur Einstimmung beim Tanz „Am Meer“ formten wir, am Boden kniend, Gebilde, die zum Thema passten, aus Kettenschnüren. Diese Bleiketten hatte Frau Westhoff aus alten Vorhängen gelöst und mit ihnen lassen sich wunderbar Sandburgen, Wellen, Fische und vieles andere mehr „formen“.

Was mir persönlich sehr gut gefallen hat, sind das Begleitheft zur Fortbildung und auch das Buch „Djingalla“, weil es wirklich sehr gut strukturiert ist: Die Tänze sind sehr übersichtlich in Tabellen notiert, auch die Noten, und die verschiedenen Materialien, die man z.B. jahreszeitlich variieren kann. Letztendlich war die Musik dazu mitreißend und beschwingt!

Die Fortbildung hat mir viele neue Impulse gegeben! In der Zwischenzeit hatte ich auch schon die Gelegenheit, bei unserem Gruppenabschlussfest im Kindergarten den Tanz „Am Meer“ zu griechischer Musik mit Kindern, Eltern und Großeltern zu tanzen. Bei diesem Tanz saßen wir am Boden und stellten „Arme eincremen“, „Schwimmen“ oder „Sandburgen bauen“ im Rhythmus dar, und es kam eine wunderbare Stimmung und eine wahre Freude auf Urlaub, Sonne und Strand auf.

Meike Merhof (Erzieherin aus Darmstadt)

   
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